Russland | Tschukotka

15 Tage Fotoreise mit Sandra Petrowitz zu den blühenden Wiesen Tschukotkas und den Eisbären der Russischen Arktis

Russlands ferner Osten und Wrangel Island

Diese Reise führt Sie in eine der letzten menschenleeren Naturlandschaften der Erde, nach Wrangel Island. Das UNESCO-Weltnaturerbe im äußersten Nordosten Russlands ist meist von einem dichten Packeisgürtel umschlossen und nur wenige Wochen im Jahr zugänglich.

Kinderstube der Eisbären

Mit kleinem Schiff und in Begleitung erfahrener Ranger erforschen Sie die wilde Küste Tschukotkas und Wrangel Island. In der Region ist eine erstaunlich große Population von Eisbären heimisch und die Chancen stehen gut, den König der Arktis hier in seinem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Viele Eisbärenweibchen nutzen die Insel, um Ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen und nicht selten werden Mütter mit Zwillingen gesichtet.

Tierparadies am „Ende der Welt“

Aber nicht nur Eisbären finden hier ideale Lebensbedingungen. Die größte Population des Pazifischen Walross ist hier heimisch, Rentiere und Moschusochsen durchstreifen die erstaunlich artenreiche Tundra, Schneegänse brüten an geschützten Stellen und rund um die Insel liegen reiche Futtergründe für Grauwale, die tausende Kilometer von Mexico nach Norden wandern. Nicht zuletzt bieten schroffe Klippen entlang der Küste von Herald Island perfekte Brutplätze für eine Vielzahl von Seevögeln. Des Weiteren locken so früh im Sommer die Blütenteppiche auf den Wiesen der Region mit ihrer Farbenpracht.

Tipps und Tricks im Fotoworkshop

Inspiration und Fotomotive sind reichlich vorhanden – im Fotokurs profitieren Sie bei Workshops und Bildbesprechungen außerdem vom reichen Erfahrungsschatz unseres Fotoreiseleiters. Neben den Kursen erhalten Sie auf Wunsch auch individuelle Betreuung und Hilfestellung – willkommen sind alle motivierten Fotografen, egal ob Anfänger oder Profi.

  • Extrem selten besuchtes Wrangel Island
  • Ausflüge an der wilden Küste Tschukotkas
  • Eisbären, Walrosse, Wale, Seevögel
  • Anlandungen, Wanderungen und Zodiactouren

Teilnehmer: 30 – 50

TerminPreis
05.07.2021–19.07.20217490 EUR
22.11.2019
  • Eisbär im Packeis

  • Eine neugierige Orca-Familie

  • Flower-Power und Moschusochsen auf Wrangel Island

  • Kleinstadt-Idylle mit sozialistischem Charme in Lavrentiya

  • Wie ein Geisterschiff erscheint die Khlebnikov aus dem Nebel

  • Die Federhaube ist das markante Erkennungszeichen des Schopfalk

  • Schon die Jüngsten lernen die traditionellen Tänze

  • Eisbärenmütter sind ständig auf der Hut

  • Stimmungsvoller Abend im Packeis

  • Zarte, aber farbenprächtige Mohnblüten

  • Eine Gruppe Dickschnabellummen

  • Traditionelle Inuit-Tracht der Männer

  • Walrosse ruhen gern auf Eisschollen, wo sie sicher vor Angriffen sind

  • Zodiactour in der Preobrazheniya-Bucht

  • Ein stattliches Orca-Männchen mit Familie unterwegs in der Preobrazheniya-Bucht

  • Viele Einwohner pflegen die Tradition – die Moderne hält trotzdem Einzug

  • Eisbär im Packeis

  • Stille Momente im noch recht offenen Meereis

  • Eisbär-Familie beim Schlemmen am All-you-can-eat-Walkadaver

  • Zarte Tundra-Vegetation

  • Arktische Ziesel findet man fast überall entlang der Küste von Tschukotka

  • Für die Walrosse ist der Eisbär keine wirkliche Gefahr

  • Nach dem Schwimmen muss das Wasser aus dem dicken Pelz

  • Tanzgruppe in traditionellen Trachten bei nicht ganz so traditionellen Tänzen auf den Beringia-Games

  • Die Schneeammer ist auf der Hut

  • Eine Gruppe Buckelwale zieht durch die Futtergründe in Tschukotkas Fjord- und Inselwelt

  • Zodiactour an der Küste Tchukotkas

  • Herald Island umhüllt sich mit Nebelschwaden

  • Überreste einer früheren Rangerhütte

  • Die Raupe der Arktischen Wollbärenmotte frisst bis zu 15 Sommer lang, um dann einen Tag als Falter zu leben

  • Streuner am Wegesrand

  • Ufo-Wolken über dem Hafen von Anadyr

  • Zarte, aber farbenprächtige Mohnblüten

  • Stilleben

  • Beeindruckender Sonnenuntergang über der Küste Tschukotkas

Russland | Tschukotka & Wrangel Island – Eisbär, Walross, Flower Power

von Livia Sloma

Wenn mich jetzt, nach der Reise jemand fragt, was an Wrangel Island am beeindruckendsten war, fällt mir die Antwort schwer. Nicht weil es nichts zu sehen gab, im Gegenteil. Nein, weil die Antwort nach einer Reise in die Arktis schon ein wenig seltsam klingt. Sie lautet: „Die vielen Blumen“.

Die Küsten Tschukotkas und die nördlich gelegene Wrangel-Insel waren während der letzten Eiszeit nicht vergletschert. Und so bietet sich dem Arktis-Reisenden in Russlands fernstem Nordosten ein Bild, dass für diese Breitengrade mehr als ungewohnt ist: Sattgrüne Wiesen, getupft mit erstaunlich hohen Blumen in gelb, orange, pink, rot, blau und weiß, weite Sumpflandschaften, die perfekte Brutbedingungen für zahlreiche Zugvögel bieten, blaues Meer und endlose Sandstrände. Die Temperaturen stiegen in diesem Sommer teiweise auf beängstigende 25 °C und so war es nur die Tierwelt, die mir immer wieder bewusst machte, wo ich mich eigentlich befand. Auf dem noch immer erstaunlich festen Meereis ruhten große und kleine Gruppen Walrosse, auf den Wiesen weideten Moschusochsen, sieben verschiedene Walarten wurden gesichtet, dem Schiff folgten Eissturmvögel und Dreizehenmöwen und an den teils gigantischen Vogelfelsen nisten Lummen, Alke, Horn- und Schopflunde.

Der Hauptgrund, in diese Gegend zu fahren, sind aber natürlich nicht die Blumen, sondern die Eisbären. Die Weibchen finden auf Wrangel Island wunderbare Bedingungen, um Schneehöhlen zu graben, in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen. Die Population gilt (noch) als stabil und groß und tatsächlich waren alle gesichteten Eisbären auf meiner Reise in beeindruckend gutem Zustand – Futter scheint es genug zu geben.

Der Ruf „Polar Bear!!!“ erschallte das erste Mal, da war das Schiff noch keine zwei Stunden im Eis unterwegs. Und es stellte sich als ein riesiger Glückstreffer heraus, denn an einem angeschwemmten Walkadaver taten sich insgesamt neun Bären – darunter eine Mutter mit Jungtier – gütlich. Etwa eine Stunde verharrte das Schiff, damit alle Gäste in Ruhe die Bären beobachten konnten. Was für ein Fest, so viele Verhaltensweisen auf einmal sehen zu dürfen: schwimmen, tauchen, fressen, springen, laufen, schlafen, sich verjagen, das Junge rufen… genug Stoff für stundenlange Gespräche am abendlichen Tisch.

Insgesamt gab es auf dieser Tour 40 Eisbärensichtungen. Nicht alle davon konnte man so lange beobachten, einige tauchten nur für wenige Minuten aus dem Nebel auf, andere schwammen am Schiff vorbei, einige kamen neugierig näher und wieder andere ließen sich beim Mittagsschläfchen fotografieren.

Neben der extrem hohen Wahrscheinlichkeit auf zahlreiche Eisbären ist es auch die Vielfalt an Erlebnissen, die für mich den Reiz dieser Reise ausmacht. An erster Stelle stehen natürlich die Tierbeobachtungen. Aber auch kulturell hat die Region einiges zu bieten. In der mysteriösen „Allee der Walknochen“ auf Yttigran Island spürt man der Geschichte der früheren Bewohner nach. Die kleinen Ortschaften entlang der Küste wirken für Mitteleuropäer zum Teil wie bessere Schrottplätze, die Freundlichkeit und Offenheit der Bewohner machen das aber um Längen wieder wett. Überall wurden wir herzlich willkommen geheißen, bewirtet, es wurde gesungen und getanzt, kleine Vorträge gehalten – es kommt nicht oft vor, dass hier Besuch kommt und diese Gelegenheiten sind für das ganze Dorf Gelegenheit zum Feiern.

Abgerundet wird das Programm durch viele kleine oder größere Wanderungen, Baden in heißen Quellen und natürlich durch intensives „Blümchen guggen“.

Ihre Livia Sloma,
Abteilungsleitung Verkauf Europa, Expeditionskreuzfahrten & Nordamerika
l.sloma@diamir.de
+49 351 31207511

28.11.2017
  • Walross-Kolonie

  • Gruppenfoto

  • Performance

  • Anlandungsstelle

  • Zu Besuch bei den Rentiernomaden

  • Walbeobachtung

  • Entlang spektakulärer Küstenabschnitte

  • Begegnungen

  • Die Walrosse lassen sich nicht stören

  • Auf der Suche nach dem schönsten Blau

  • Gruppe und Rentierherde

  • Zu Besuch bei den Rentiernomaden

  • Fotosession vom Meer

  • Wal vor dem Kreuzfahrtschiff

  • Auf der Kommandobrücke

  • Rundgang in der kleinen Siedlung

  • Rentiere

  • Eisbär

  • Zodiactour

  • Umzingelte Anlandung

Wrangel – die entlegenste Eisbärenbeobachtung der Welt

von Jörg Ehrlich

Wrangel – die entlegenste Eisbärenbeobachtung der Welt

Was für ein Erlebnis, am Ende der Welt auf Eisbärenbeobachtung zu gehen. Im Rahmen einer 15-tägigen Expeditionskreuzfahrt begab ich mich an einen der entlegensten Orte der Welt: die zu Russland gehörende Wrangel-Insel im Norden der Behringstraße.

Papageientaucher und verwitterte Walknochen

Die Behringstraße kann für die meisten tatsächlich als „das Ende der Welt“ bezeichnet werden. Diese Meerenge trennt die Kontinente Amerika und Asien zwischen Alaska (USA) und der Provinz Tschukotka im äußersten Nordosten Russlands voneinander. Allein schon die Anreise nach Anadyr, der Hauptstadt Tschukotkas war eine Herausforderung. Ich selbst habe mich dazu entschlossen, über Alaska anzureisen, mit einem Charterflug von Nome über die Behringstraße nach Anadyr – Flug über die Datumsgrenze!

Die 15-tägige Expeditionskreuzfahrt an Bord der „Spirit of Enderby“ führte mich einmal die Behringstraße hinauf und nach dem Besuch auf der Wrangel-Insel auch wieder hinunter zum Ausgangspunkt. Zahlreiche Zodiakfahrten in unberührten Buchten gehörten zum Aktivprogramm. Bei den unterschiedlichen Anlandungen gewann ich einen sehr detaillierten Einblick in die Natur und das Leben der in dieser Region einst lebenden Nomaden. So erlebte ich Papageientaucher aus der Nähe und bestaunte gewaltige, über Jahrhunderte verwitterte, versteinerte Walknochen.

Im Schlauchboot zu den Eisbären

Ein großes Highlight war die Anlandung am Kap Deshnjew, dem nordwestlichsten Festlandspunkt Eurasiens. Einst eine Siedlung mit etwa 10 Holzhäusern, befindet sich dort heute nur noch ein Freilandmuseum aus Ruinen. Das gewaltige Deshnjew-Monument mit seinem Leuchtturm kann man schon aus der Ferne vom Schiff aus beobachten. Wir hatten großes Glück, dass ruhige See herrschte und uns eine Anlandung an dieser ungeschützten Küste möglich war. Das war einer meiner beeindruckendsten Landgänge.

Absoluter Höhepunkt sind natürlich die Zodiakfahrten, die an der Küste von Wrangel Island stattfanden. Und natürlich waren alle 45 Passagiere aufgeregt, endlich den ersten Eisbären zu sehen zu bekommen. Und dann waren es gleich mehrere! In Windeseile ging es in die 5 Schlauchboote und dann auf Tuchfühlung zum Eisbären. In sicherem Abstand von geschätzt 25 Metern war der Bär nach wie vor unbekümmert und ließ sich geduldig fotografieren. Großartig! Ein wenig Glück gehört schon auch dazu, aber hier auf Wrangel lebt eine so große Anzahl an Eisbären, dass bei jeder der bis zu drei Touren im Jahr tolle Beobachtungen berichtet werden.

Walross-Kolonien auf Herald Island

Ganze vier Tage fuhren wir an der Küste von Wrangel entlang, nur das polare Packeis hinderte uns an einer kompletten Umrundung der Insel. Dafür fuhren wir zur kleinen Nachbarinsel Herald Island, die häufig von tosenden Stürmen heimgesucht wird. Wir hatten erneut Glück und konnten sogar kurz an Land gehen. Beeindruckender als der Landgang war aber das Beobachten der gewaltigen Walrosse, die in einer Kolonie von über 100 Tieren am Ufer und im Wasser aktiv waren. Wrangel und Herald Island sind wahre Tierparadiese, unglaublich…

Zurück von Wrangel ging die Reise in die ruhige Bucht von Kljutschi Inlet, einer oft von Nomaden genutzten Ecke in Tschukotka. Und mit wirklich sehr viel Glück gelang es unserem Expeditionsleiter Rodney Ross sogar, die Nomaden ausfindig zu machen! Wir durften sie besuchen und nach etwa zwei Stunden an Land geschah das für uns Unvorstellbare: Eine Herde von über 2.000 Rentieren wurde direkt auf unsere kleine Besuchergruppe hingetrieben, im besten Abendlicht…

Was für eine Reise, was für eine Expeditionskreuzfahrt! Gerade für alle, die schon in Spitzbergen, in der Nordwestpassage oder in Churchill waren, ein echter Geheimtipp! Ich kann es jedem wirklich nur wärmstens empfehlen!

Karte zur Reise